Ceva Logistics, das als türkisches Lager des globalen E-Commerce-Unternehmens Amazon in Kocaeli Dilovası fungiert, hat 35 Beschäftigte mit der Begründung entlassen, dass sie gewerkschaftliche Aktivitäten ausübten. Ihr Verbrechen war, Armutslöhne, Mobbing und harte Arbeitsbedingungen nicht zu akzeptierten und im Namen der Belegschaft Forderungen zu stellen, auch nach einer Lohnerhöhung. Erst wurde ihnen stattdessen angeboten, in einem anderen Lager zu arbeiten – diejenigen 35, die sich weigerten, wurden entlassen. Seit dem (8. August 2022) protestieren sie mit ihrer Gewerkschaft DGD-SEN vor dem Ceva-3-Lagerhaus in Gebze Tavşanlı. Diese sagt dazu treffend: „Die Arbeiter, die die niedrigen Preiserhöhungen und die unzureichende Bedeutung des Arbeitsschutzes nicht akzeptierten, wurden genauso schnell vor die Tür gestellt wie Ihre Fracht.“ Siehe einige Informationen zum Widerstand und wachsender Solidarität:

Verweigern, Widerstehen, Organisieren. Ein Interview mit streikenden Amazon-Arbeitenden in der Türkei

„… Ab dem 8. August streikten die Kolleg*innen der DSG-Sen (einer unabhängigen Basisgewerkschaft; Twitter: https://twitter.com/DGDSEN externer Link) über eine Woche lang, hielten Streikposten vor dem Warenlager ab, organisierten sich im Lager und sammelten Unterschriften von mehr als 600 Arbeiter*innen. In erster Linie fordern sie Lohnerhöhungen, die es ihnen ermöglichen, mit der explodierenden Inflationsrate fertig zu werden, die nach offiziellen Angaben im Juli 80 % erreicht hat. Sie fordern aber auch ein Ende der bedrückenden Arbeitsbedingungen im Warenlager, wo ständig repressive Praktiken angewandt werden, um sie daran zu hindern, sich kollektiv zu organisieren. Die einzige Antwort von Amazon darauf war, dass während des Streiks im August wiederholt die Polizei gerufen wurde, um Streikposten zu durchbrechen, und dass mehr als 100 Arbeiter*innen entlassen wurden. Nichtsdestotrotz wird der Kampf innerhalb und außerhalb des Warenlagers fortgesetzt. Der Streik in Kocaeli war Teil einer breiteren Welle spontaner Streiks, die Anfang August in der Türkei nicht nur im Logistiksektor, sondern auch in mehreren Fabriken im ganzen Land stattfanden, wo die Beschäftigten deutlich machten, dass sie sich weigern, für die steigenden Lebenshaltungskosten und dass sie bereit sind, um die Löhne zu kämpfen. (…) Im Folgenden berichten die Kolleg*innen von der Situation in den türkischen Amazon Warenlagern und ihren Kämpfen…“ Aus dem Vorwort des Interviews vom Amazon Streik-Solibündnis Leipzig  in der gekürzten und leicht veränderten Übersetzung der englischen Fassung bei Transnational Strike durch das Streiksolibündnis Leipzig – wir danken! Siehe hier unten unsere ursprüngliche Zusammenfassung der engl. Fassung:

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