Seit einigen Monaten kämpfen die Rider:innen bei Gorillas für bessere Arbeitsbedingungen, dabei kam es immer wieder zu wilden Streiks. Der unbefristete Streik für bessere Arbeitsbedingungen wurde nun durch das Management auf harte Weise angegriffen. Warum sollten wir uns mit Arbeiter:innen aus anderen Branchen solidarisieren und ihre Kämpfe tatkräftig unterstützen?

1. Wir alle bekommen Prekarisierung, Lohndumping & schlechte Arbeitsbedingungen zu spüren.

Prekäre Beschäftigung ist im Kapitalismus keine Seltenheit, sondern die Regel. Um Produktionskosten zu drücken, kommt es zu niedrigen Löhnen, Outsourcing, flexiblen Arbeitsverträgen und anderen Angriffen auf unsere Arbeitsbedingungen. Die Gorillas Workers sind nur ein Symbol für die prekäre Beschäftigung, die in vielen anderen Unternehmen ganz ähnlich abläuft und doch unsichtbar bleibt. Umso wichtiger ist es, Arbeitskämpfe zu unterstützen, die aufzeigen, unter welchen prekären Bedingungen wir arbeiten müssen und die auch zeigen, dass wir Verbesserungen erkämpfen können. Sektorübergreifende Solidarität zeigt nicht nur die Parallelen der verschiedenen Arbeitskämpfe auf, sondern gibt auch Kampfkraft. Ein Beispiel dafür sind die Streikenden der Deutschen Bahn, die sich mit Gorillas-Lieferant:innen solidarisiert haben und praktisch durch Spenden die Streikkasse unterstützten.

2. Gib Union Busting keine Chance, egal in welcher Branche.

Wenn Arbeiter:innen Widerstand gegen ihren unmenschlichen Arbeitsalltag leisten, scheuen deren Chefs vor keiner Möglichkeit zurück, sie zu schwächen. Bei jedem Arbeitskampf setzen sie legale und illegale Praktiken ein, um die Organisierung der Arbeiter:innen zu verhindern. Einschüchterung, Sabotage einer Betriebsratsgründung oder Kündigung der Streikenden gehören zum gängigen Repertoire. Bei den Kämpfen bei Gorillas zeigt sich das wieder einmal. Auch hier wird mit allen Mitteln versucht, die Streikenden zu stoppen. Lasst sie uns durch unsere Anwesenheit, praktische Hilfen und Öffentlichkeit unterstützen! Denn jeder erfolgreiche Angriff darauf, uns zu organisieren und zu streiken, ist ein Angriff auf unser aller Recht.

3. Gemeinsam sind wir stärker!

Die systematische Ausbeutung von Arbeitskraft ist nicht nur bei Plattformunternehmen Alltag. Wir alle, die auf unsere Löhne angewiesen sind, arbeiten für Unternehmen, die Profit aus unserer Arbeit schlagen. Zu niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen treffen wir vom Einzelhandel über das Krankenhaus oder auch in der Gastronomie an. Besonders starke Ausbeutung trifft dabei vor allem unterdrückte Gruppen, wie die Jugend, Migrant:innen und Frauen. Überall setzen sich Arbeiter:innen gegen diese Logik zur Wehr, um für Verbesserungen zu kämpfen. Warum also alleine kämpfen? Auch, wenn wir sehr verschiedene Jobs ausüben und sich unsere Arbeitsbedingungen unterscheiden, kämpfen wir dennoch den gleichen Kampf. Für die Erfüllung unserer Bedürfnisse statt der Erfüllung von Profitinteressen. Wir müssen  uns also zusammenschließen und uns gegenseitig unterstützen. Außerdem können wir dabei wichtige Erfahrungen sammeln, für die bei uns anstehenden Kämpfe. Denn langfristig können wir nur gemeinsam gewinnen!

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