Der Handelsverband Baden-Württemberg (HBW) ist einer der „Arbeitgeber“-Verbände, der auch während der Pandemie immer weitere Angriffe auf Arbeiter:innen durchgesetzt hat. Das „Aktionsbündnis 8. März“ Stuttgart hat sich dagegen gewehrt – mit mehr als 300 gefüllten Windeln an der Pforte des HBW.

„We strike back! Wer Mütter unter Druck setzt, bekommt es mit uns Frauen* zu tun!“ war auf einem Transparent zu lesen, das am Dienstag die Mauer des Handelsverbands Baden-Württemberg schmückte. Aktuell finden Tarifverhandlungen im Einzelhandel statt. Präsidiumsmitglied des HBW Philip Merten erklärte, dass in den Tarifverhandlungen Arbeiter:innen und Unternehmen „in dieser für alle schwierigen Zeit“ zusammen halten müssten.

Das Bündnis bewertet die Tarifverhandlungen hingegen ganz anders: „Bleigewichte am Rettungsring? So bezeichnet der Handelsverband Baden-Württemberg (HBW) die Forderungen der Gewerkschaft ver.di in der aktuellen Tarifauseinandersetzung im Einzel- und Versandhandel. Der HBW verweist auf die Coronakrise, doch was er dabei nicht erwähnt: Trotz Krise hat der Einzelhandel im elften Jahr in Folge seinen Umsatz steigern können.

Anstatt die Beschäftigten, die während der Corona-Krise einer besonderen Arbeitsbelastung ausgesetzt sind, zu entlasten, nutzten die Arbeitgeber:innen die Krise für weitere Angriffe auf die Arbeitsrechte. Mit einer weiteren Ausdehnung entgrenzter, sogenannter „flexibler Arbeitszeiten“ unter Androhung von Entlassungen wird aktuell beispielsweise bei den Modeketten H&M oder Zara die Belegschaft unter Druck gesetzt und gespalten. Besonders betroffen von diesem Angriff auf die Beschäftigten sind Mütter mit Sorgeverantwortung.“

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