Der irische Billigflieger drohe streikenden Flugbegleitern. SPD-Streikpate nennt das „verwerflich“. Ryanair verteidigt sein Vorgehen.

 

Die Gewerkschaft Verdi erhebt massive Vorwürfe gegen die irische Fluggesellschaft Ryanair: Der Billigflieger begehe „willentlich Verfassungsbruch“, indem er Streiktage als unerlaubtes Fehlen quittiere, sagte Verdi-Luftfahrtexpertin Mira Neumaier dieser Zeitung. In der vergangenen Woche hatte Verdi das Kabinenpersonal bundesweit zum eintägigen Warnstreik aufgerufen. Die Fluglinie habe den Beschäftigten erklärt, der Streik sei illegal, weil nicht 24 Stunden vorher angekündigt worden. In den Dienstplänen, auch der Kollegen am niederrheinischen Flughafen Weeze, stehe bei den Streikenden nun ein „No Show“ genanntes unentschuldigtes Fehlen für den vergangenen Mittwoch.

„Verängstigte junge Menschen“

Das Vorgehen bestätigt der Düsseldorfer SPD-Chef und Bundestagsabgeordnete Andreas Rimkus aus eigener Anschauung. Er war als Streikpate in Berlin-Schönefeld zugegen und beobachtete dort „verängstigte junge Menschen“, die von Ryanair Aufforderungen aufs Handy bekommen hätten, zum Dienst zu erscheinen, sagte er dieser Zeitung. Weil bei Ryanair offenbar das Prinzip „Heuern und Feuern“ gelte, hätten viele Flugbegleiter große Sorgen um ihren Arbeitsplatz. Er habe ihnen erst sagen müssen, dass kein Gesetz in Deutschland die Ankündigung eines Streiks verlange und es ihr gutes Recht sei, in einer Tarifauseinandersetzung für bessere Arbeitsbedingungen zu streiken, so Rimkus. „Ryanair setzt seine Beschäftigten massiv unter Druck, das Vorgehen ist verwerflich“, sagte er. „Der Billigflieger glaubt wohl, sich alles rausnehmen zu können. So geht es in Deutschland nicht“, schimpft der SPD-Luftfahrtexperte Richtung Ryanair-Zentrale in Dublin.

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