Vermeintlich rechte Parolen in einem linkem Zentrum sorgen für Streit in der Leipziger Szene

Vor dem Conne Island herrschte letzten Montag großes Gedränge: Überall standen versprengte Gruppen und stritten lautstark. Es gibt Diskussionsbedarf an diesem Abend vor dem linken Zentrum im Leipziger Stadtteil Connewitz. Die Stimmung ist aufgeheizt, verschiedene Initiativen verteilen Flyer. Die anlässlich der Veranstaltung gegründete »Initiative gegen rechte Antideutsche« händigt Zettel aus, auf denen dem Referenten des Abends, Thomas Maul, »rechts-libertärer Furor und Linkenhass« vorgeworfen wird. Und eine Gruppe von sich selbst als »jüdisch-israelisch« bezeichnenden Aktivisten verteilt Flugblätter, in denen gegen die Veranstaltung und den »israelischen Faschismus« mobilgemacht wird.

Im Saal geht es ähnlich chaotisch weiter. Eine Gruppe von Frauen verbreitet Zettel, auf denen gefordert wird, dem »rassistischen und sexistischen Arschloch« Thomas Maul kein Podium zu bieten. Sie werden von den Veranstaltern des Raums verwiesen. »dann hört auf Sexisten ´ne Bühne zu bieten, ihr Schweine« quittieren sie den Verweis.

Der Referent auf dem Podium sagt dann Dinge wie, er würde Rednern der AfD und ihrer Polemik »weitgehend zustimmen«. Und: Die AfD sei »die einzige antisemitismuskritische Partei im Deutschen Bundestag«. Maul kritisiert weiter das herrschende Linkskartell und lobt die Flüchtlingspolitik von Viktor Orban. Ungewöhnliche Töne von der Bühne eines als linkem Zentrum bundesweit bekannten Veranstaltungsort. Was war passiert?

Eine Veranstaltungsreihe in Leipzig wollte sich anlässlich des 70. Jahrestages der Staatsgründung Israels der Aufklärung über den auf Israel bezogenen Antisemitismus widmen. Geplant waren Vorträge zur »Kibbuzbewegung in Israel«, der »Kritischen Theorie des Antizionismus« und eine Veranstaltung von Thomas Maul mit dem Titel »Zur Kritik des islamischen Antisemitismus und seiner Bagatellisierung«. Maul ist Redakteur bei der Zeitschrift Bahamas. Am 9. Mai, einige Tage vor seiner Veranstaltung, die ursprünglich an der Universität Leipzig stattfinden sollte, setzte er einen Facebook-Post ab, der Stein des Anstoßes einer tagelangen Posse in der linken Szene in der Messestadt werden sollte.

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